Tag-Archive für ◊ Tradition ◊

Mesenskaya Rospis

Die meisten Russen lieben verschnörkelte und reich verzierte Gegenstände. Diese Vorliebe hat eine sehr lange Tradition und tiefe Wurzeln. So auch die Kunst über die ich hier schreiben möchte. „Mesenskaya Rospis“ ist eine spezielle Art Haushaltswaren zu verzieren. Es wird vermutet, dass es diese Kunst schon seit Jahrhunderten gibt, obwohl der genaue Ursprung unbekannt ist. Das Einzige was mit Sicherheit gesagt werden kann , dass diese Malerei seit dem 18. Jahrhundert überwiegend im Norden Russlands zu finden ist.
Den Namen hat die Kunst vom Fluss „Mesen“. Dort werden seit Generationen Haushaltswaren wie Dosen, Gewürzbehälter, Brotkörbe, Schneidebretter und viele andere Dinge aus Holz oder Birkenrinde mit dieser speziellen und sehr unikalen Technik verziert.
Abhängig von den Motiven und der Zusammensetzung von den Zeichen kann man bis heute unterscheiden wo ein bestimmter Gegenstand entlang des Mesen bemalt wurde.
Das markanteste Merkmal ist die schöne Komposition aus roter und schwarzer Farbe. Die rote- wird zum Füllen genutzt und die schwarze Farbe für die Akzentuierung der Konturen. Bei der originalen „Mesenskaya Rospis“ weicht man auch nicht von dieser Zusammensetzung ab.
Ebenso hat jedes Zeichen einen eigenen Sinn und man kann sogar aus den meisten Kunstwerken eine kleine Geschichte herauslesen oder einen gewissen Sinn vermittelt kriegen.
Sehr oft kommen Tiermotive auf den Gegenständen vor. Hirsche, Pferde, Enten und Schwäne sind die Lieblingstiere der Russen; nicht ohne Grund, denn bei den heidnischen Slawen waren es heilige Tiere. Das Bild wird meistens in die heiligen drei Teile aufgeteilt, die Unterwelt, die Unsrige, und der Himmel. Sehr gerne erzählte man Geschichten über die Jagd, die Tierwelt und über die Natur mit dem Weltenbaum.
Heutzutage wird diese Malerei gerne zu Therapiezwecken oder Kindern beigebracht. Denn die Kunst ist einfach, rhythmisch, geometrisch und man hält die eigene Kultur am Leben.

Quelle: russische Literatur

Popularity: 3% [?]

Brotkörbe
  • Ob nun in einer modernen- oder rustikalen Küche, unsere Brotkörbe aus Birkenrinde sind überall ein Blickfänger.
  • Wie auch die anderen Birkenrindenprodukte sind auch unsere Brotbehälter  liebevoll handgearbeitet, robust und pflegeleicht.
  • Durch die Eigenschaften der Birkenrinde, bleibt Ihr Brot länger frisch, schwitzt nicht wie in Plastiktüten und die Schimmelanfälligkeit wird minimiert.
  • Ideal für Bio-Brote und größere Mengen an Korn, Reis, Buchweizen…

.

In cm / b = Breite / d = Durchmesser / h = Höhe (Behälter) /  l = Länge

.

.

Stil aus der Uralregion

- Die höchste Kunst der Birkenrindenverarbeitung -

Brotkorb “Oval” K13

  • h = 28,5 (+5cm Griff)
  • l = 24,5
  • b = 17

auf Lager

130,-€

.

.

.

Stil aus Westsibirien

- robust und natürlich -

 

Brotkorb “Rose” K14

  • h = 16,5
  • l = 42
  • b = 21

nicht auf Lager

120,-€

.

.

.

.

Brotkorb “Klassisch” K15

  • h = 21
  • l = 26,5
  • b = 22,5
  • Deckel ist zum Aufklappen

nicht auf Lager

65,-€

.

.

.

Brotkorb “Brotzeitdose” K9

  • h = 7,5
  • l = 23
  • b = 16

auf Lager

43,-€

.

.

.

Brotkorb “Natur” K10

  • h = 15
  • l = 32,5
  • b = 21,5

nicht auf Lager

45,-€

.

.

.

Brotkorb “Sibirien” K11

  • h = 16
  • l = 32
  • b = 17

nicht auf Lager

45,-€

.

.

.

Brotkorb “Sibirien” groß K12

  • h = 16,5
  • d = 31,5

nicht auf Lager

60,-€

.

.

.

Brotkorb “Kornblume” K3

  • h = 16
  • l = 25,5
  • b = 19

Nicht auf Lager

85,-€

 

Haben Sie was für sich gefunden? Dann schreiben Sie uns! Wir stellen Ihnen gerne ein Angebot zusammen!

Popularity: 31% [?]

Schemogodskaya Beresta

Wir schreiben das Jahr 1900, in Paris wird die internationale Ausstellung „Exposition Universelle” eröffnet. 35 Staaten nahmen an diesem Ereignis teil, stellten ihre nationalen Produkte vor, die sie repräsentierten und von den anderen Ländern unterschieden. Einer der Teilnehmer war auch das Russische Imperium. Der russische Pavillon wurde nach dem Beispiel des mittelalterlichen Kremls aufgestellt, welcher viele Besucher anlockte.
Viele Besucher des Kremls interessierten sich vor allem für die handwerkliche Kunst der russischen Meister. Zu beeindrucktesten Kunstgegenständen gehörten die gekerbten Birkenrindenerzeugnisse „Beresta”.  Diese fast gewichtslosen Gegenstände, mit ihrer feinen Kerbung auf der samtenen und rosigen Oberfläche erinnerten an ausgewählte und teure Knochenschnitzereien. Tabak- und Zigarrenetuis, Schatullen, Trinkgefäße und viele andere Sachen wurden durch die Hände des Schnitzers Ivan Afanasiewich Veprev aus einem Dorf unweit von der Stadt Welikii Ustyg erschaffen. Sein Name tauchte erstmals auf einer Ausstellung in Moskau im Jahre 1882 auf, wo er zugleich eine Silbermedaille gewann. Nach der Ausstellung in Paris ist der Meister auch in Europa bekannt geworden.
Diese Kunst beherrschte nicht nur Veprev, sondern auch andere Bauern aus der Umgebung seines Dorfes. Das Gebiet aus denen sie stammten, nannte sich „Schemogodskaya Wolost” und prägte somit den Namen dieser speziellen Handwerkskunst, die als „Schemogodskaya Beresta” bekannt ist. Wegen der eleganten und der zierlichen Ornamente auf der Oberfläche der Gegenstände wurde diese Kunst auch als „Berestyanoe Krushewo”, soviel wie „Birkenrindenspitze” genannt.
Leicht zu erkennen ist die „Schemogodskaya Beresta” an ihren einzigartigen Ornamenten. Bei der Verarbeitung ist es eine Gesetzesmäßigkeit, das Muster auf eine bestimmte Art und Weise zu gestalten. Einem windenden Halm, entspringen spiralenförmige Ästchen, und lange und schmale Blätter. Die grazilen Verzweigungen, werden an dessen Enden mit Beeren, dreiblättrigen Blätter und Ästchen verziert. In dieses Bild konnten Vögel, Tiere, architektonische Motive oder Menschen bei ihren Tätigkeiten eingearbeitet werden. Abgerundet wird das Kunstwerk meist mit einem geometrischen Rahmen, der ebenfalls gekerbt ist. Viele Meister unterlegen der Schnitzerei eine bunte Folie, sodass ein besserer und schönerer Kontrast zur Schnitzerei entsteht.
Bei dieser Kunst ist äußerste Vorsicht bei der Verarbeitung gefragt. Schon die kleinste Unachtsamkeit kann zu einem Komplettverlust führen, denn es reicht wenn ein Ornament fehlt. Geübte Meister, können ein solches Kunstwerk ohne Schablone und Vorzeichnung fehlerlos in die Birkenrinde kerben.
Im Dorf in dem Veprev lebte, vereinigten sich die Handwerker 1918 zu einer Genossenschaft. 1934 gründete Veprev selber ein eigenes Unternehmen, in das er die besten Meister einlud. Ihr Bestreben war die Tradition „Schemogodskaya Beresta” zu erhalten und weiter zu führen. 1964 erwiesen sich die Gesellschaften als nicht rentabel und wurden kurzerhand geschlossen… Es war viel Kraft von Nöten um die Tradition am Leben zu erhalten und 1967 startete eine Maschinenfabrik einen neuen Versuch die Produktion von „Schemogodskaya Beresta” wieder anzukurbeln…

Popularity: 10% [?]

Herstellung

Im Frühling, wenn die Natur langsam aus ihrem Winterschlaf erwacht, regt sich auch der Wasserkreislauf in der Birke. Er lässt die ersten Knospen sprießen und die ersten grünen Blätter wachsen. Sobald diese dunkelgrün und saftig werden, ist es an der Zeit in den Wald zu gehen und mit der Ernte der Birkenrinde (russ. „Beresta”) zu beginnen.
Die Ernte setzt nicht nur eine physische und handwerkliche Vorbereitung voraus, sondern der Meister muss eine Bindung mit der Natur eingehen und sie vor allem verstehen können.  Bevor er die passenden Bäume für sein Handwerk aussucht, geht er alle Birken ab und inspiziert sie. Die ausgewählte Birke muss man nun berühren, sie um Vergebung bitten und sich für die Gaben die der Baum hergibt bedanken.
Diese Tradition stammt noch aus den heidnischen Zeiten, wo sich der Mensch als Teil der Natur verstand und nicht als Besitzer. Es war die Zeit, in der alles was den Menschen umgab für ihn heilig war und eine Seele besaß. So bat der Mensch den Geist der Lebewesen, sei es Baum oder Tier, die er dem Schoß der Natur entreißen wollte um Erlaubnis. Er tat dies, um nicht den Zorn der Götter auf sich zu ziehen…

Es gibt drei verschiedene Wege um frische Birkenrinde zu ernten. Man kann dünne Platten („Plast”), Bänder („Lenta”) und „Skoloten” (eine Art Schaft) von der Birke abziehen.
Um dünne Platten aus Birkenrinde ernten zu können, wird ein nicht all zu tiefer und vertikaler Schnitt von etwa 1,0 bis 1,5m in die Rinde gemacht. Anschließend wird die Rinde am Anfang und am Ende des vertikalen Schnitts um ca. 20 cm angeschnitten. Um die frische Birkenrinde dann behutsam vom Baum ziehen zu können ergreift der Handwerker das untere Ende des Anschnitts. Wenn der Baum und der Zeitpunkt richtig gewählt worden ist, löst sich die Rinde mit einem saftigen und klangvollen knacken.
Für die Herstellung der Bänder wird die Birkenborke am Baum 4-6cm vertikal angeschnitten und spiralenförmig abgezogen. Ein erfahrener Handwerker kann in einem Stück 1m Band vom Birkenbaum abziehen. Wichtig ist es, bei der Ausbeute der wertvollen Materialien, sehr behutsam mit dem Baum umzugehen und keinesfalls die Bastschicht mit den Anschnitten zu verletzten. So trocknet die Pflanze nicht ein und nach einigen Jahren bildet sich eine neue Rinde.
„Skoloten” wird von einem gefällten Baum mit einer bestimmten Drehtecknik und ohne weitere Anschnitte abgezogen. So erhält man einen unbeschadeten Zylinder aus Birkenleder. Diese Birkenborke wird dann zur Herstellung von dichten „Tues”(siehe Produkte) für die Aufbewahrung von Flüssigkeiten verwendet.

Nach der Rückkehr aus dem Wald, wird das Birkenleder mit einem Tuch von Feuchtigkeit befreit und gründlich von Moos und Dreck gereinigt. Mit einem Messer schneidet der Handwerker Auswüchse von der Oberfläche ab und bereitet die Rinde somit zur Einlagerung vor. Die Lagerung der Birkenrinde erfolgt in dunklen, trockenen und gut gelüfteten Räumen. Bestens geeignet sind hierfür Keller, Dachboden oder Ställe. Bei richtiger Aufbewahrung kann die Birkenborke bis zu 3 Jahre gelagert werden.
Bei feuchter Lagerung kann die Rinde von Schimmelpilz befallen werden, was unschöne Flecken hinterlässt. Die Aufbewahrung unter der prallen Sonne wird die Borke brüchig und viel zu hell. Die ausgetrocknete Birkenrinde kann aber für einige Zeit in Wasser eingelegt werden und somit für die Weiterverarbeitung wieder nutzbar gemacht werden.

Für die Herstellung eines Birkenrindenproduktes braucht man ein Werkzeugset, welches aus wenigen universellen Werkzeugen besteht. Das können Scheren, Messer, Feilen, Punziereisen und Meisel sein. Eben mit diesen einfachen Instrumenten sind hier der Phantasie keine Grenzen gesetzt und so können zauberhafte Muster auf der Oberfläche der Schachteln entstehen.
Die Verarbeitung von Birkenrinde kann man mit kreativer Gestaltung von Holz und der Veredelung von Leder vergleichen.
Um der künstlerischen Gestaltung Herr zu werden, kann man bei diesem Handwerk das Produkt, prägen, kerben, ritzen, flechten und bemalen:

  • Beim Prägen sind die Schönheit und die Fülle von Ornamenten sehr wichtig.
  • Bei der Kerbtechnik unterscheidet man zwischen geometrischer- und pflanzlicher Kerbung. Der bekannteste Kerb-Stil ist die „Schemogodskaya Beresta” .
  • Zum Ritzen sollte ein Messer, ein Pfriemen oder eine Nadel verwendet werden.
  • Geflochten wird die Rinde gerade oder schräg.
  • Zum Bemalen sollte man reichlich Fantasie und einen Malkasten haben. Die bekannteste Art der Bemalung, auch in Kombination mit Kerbung und Prägung ist die „Domschinskaya Beresta”

Popularity: 19% [?]