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Birkenteer & -kohle
  • Ein Artikel von n-tv über Birkenteer. Hier

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Herstellung

Vorbereitung

  • Rundes Loch graben.
  • In der Mitte des Loches eine weitere Vertiefung ausheben.
  • In die Vertiefung ein Auffangbehälter reinstellen.
  • In ein Topf die Rinde einfüllen und mit einem Deckel, der ein Loch in der Mitte hat verschließen.
  • Diesen Topf kopfüber über den Auffangbehälter stellen.
  • Die Ränder der Topfes gut mit Lehm isolieren.

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Feuer

  • Neben dem gegrabenen Loch ein Feuer entfachen, diesen dann ein bisschen runterbrennen lassen.
  • Dieses Feuer nun über dem Topf ausbreiten und sofort Kohle nachschütten oder Holz nachlegen.
  • Nun heißt es warten… so 3-6 Stunden und aufpassen, dass das Feuer genug Hitze entfaltet.

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Einkochen

  • Nach der etwas längeren Wartezeit die Feuerstelle von der Glut säubern.
  • Den Topf vorsichtig entfernen. VORSICHT HEIß!!!
  • Den Auffangbehälter aus der Vertiefung herausnehmen und auf ein kleines Feuer oder in die Glut stellen.
  • Aufpassen, dass der Teer nicht anfängt zu kochen. VORSICHT ENTZÜNDUNGSGEFAHR!!! (nur mit Deckel/Sand löschbar)
  • Um die Konsistenz zu erhöhen Birkenkohle beimischen. Nicht zu viel, sonst wird der Kleber später spröde.
  • Abkühlen lassen. Fertig.

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Wie dient die Birke sonst den Menschen?

 

Die Birkenrinde…

ist die Hauptursache für die Bekanntheit der Birke in den Kulturen. Wegen dem hohen Gerbstoffgehalt war die Rinde bei Gerbereien sehr beliebt. Aber auch im täglichen Leben, wurde die Borke gerne im Bau zur Isolation,  für Haushaltswaren , Jagdutensilien, in der Fischerei usw. verwendet. Vor allem nicht nur in Russland…
Zum Beispiel die Chinesen stellten aus der Rinde Papier und Farben für Textilien, Leder und Pelze her. Die Indianer in Nordamerika und kanadische Ureinwohner bauten aus der Rinde Kanus, Piroge und Wigwams.
Den Haushalt in der slawischen Kultur konnte man sich ohne die Birkenrindenerzeugnisse gar nicht vorstellen. Falls ihr mal das Glück habt, einen traditionellen russischen Bauernhof zu besuchen, findet ihr dort sicherlich folgende Sachen aus Birkenrinde :

Körbe, Behälter, Schatullen, Brotkörbe, Schachteln, Truhen, Teller, Gewürzspender, Gefäße, Schuhwerk, Zaumzeug, Kleidung usw.

Auf Märkten im nördlichen Teil des heutigen Russlands wurden große Platten aus Birkenborke – Russisch „Skalije” – gehandelt. Diese wurden für das Dachdecken und für die Feuchtigkeitsisolierung verwendet. Die Borke wurde zwischen den Stämmen der Blockhäuser gelegt, was zu einer guten Wärmedämmung führte und das Holz gegen das Faulen schützte.
In Nowgorod wurde die Birkenrinde zum Innenausbau wie Tapeten verwendet. In Ostsibirien und Jakutien rüsteten sich die Jäger mit einer Art „Zelt” aus Rinde für die Jagd aus. Jagdpfeifen und Messergriffe wurden ebenfalls aus Birkenrinde hergestellt. Solche Messer versanken nicht im Wasser, lagen angenehm in der Hand und rutschten nicht. Wegen der Leichtigkeit wurde die Borke ebenfalls für Blinker in der Fischerei  hergenommen.
In Gefäßen, die aus mehreren Schichten frischer Birkenrinde hergestellt worden sind, wurden kalte oder heiße Flüssigkeiten abgefüllt, die dann lange ihre Temperaturen hielten. Heute würde man so ein Gefäß eine Thermoskanne schimpfen…
So haben sich die Bauern auch Körbe für das Sammeln von Pilzen und Beeren aus Birkenborke geflochten. Dieser Sammelkorb wurde wie ein Rucksack auf dem Rücken getragen und jedes Familienmitglied hatte seinen eigenen Korb. Denn dieser nahm die Form des Rückens an und ermöglichte somit lange und gemütliche „Sammelzeiten”.
Schuhwerk aus geflochtener Birkenrinde wurde in der russischen Kultur sehr geschätzt. Denn man sagte den Schuhen eine lange Haltbarkeit und Wasserdichtigkeit nach.
Auch Spielzeug für Kinder wurde aus der Rinde hergestellt. Einfachste Spielsachen konnte sich ein Kind auch selber machen (z.B. Spielzeugboote, Bälle…).
Die lange Haltbarkeit der Rinde bezeugen Funde von Schriftrollen aus dem 10-15. Jahrhundert. Das erste Schriftstück wurde in einer Ausgrabungsstelle „Nerewskoj” in Nowgorod im Jahr 1951 ungeschützt in der Erde gefunden. Diese stammt aus dem 15. Jhd.. Mittlerweile konnten mehr als 900 Schriften ausgegraben werden. Da die Schriftsätze kaum  anfällig auf Verwesungsprozesse sind, konnten die Wissenschaftler ohne große Mühe die eingedrückten Buchstaben und Sätze identifizieren. Damals wurden die Texte mit einem Stäbchen aus Eisen, Bronze oder Knochen auf der Rinde festgehalten. So konnte nachgewiesen werden, dass die Birkenborke bis zum 15 Jhd. eine gängige Schreibunterlage war.

Da die Rinde ähnlich wie Leder für Gewandung, Schuhwerk (auch als Einlagen) und sonstige Sachen hergenommen worden ist, wurde oder wird sie auch „Birkenleder” genannt.

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Wie dient die Birke sonst den Menschen?

Die Verarbeitung der Birke an sich, kann man nicht ausschließlich der russischen Kultur zuschreiben. Denn überall wo Birken wachsen, verwenden die Menschen den Baum in der Medizin, aber auch zur Herstellung verschiedener nützlicher Dinge für das alltägliche Leben.
Vor dem Pfingstfest – im slawischen Heidentum das Fest „Semik” – wurden Äste mit frischem Grün gesammelt, denn man glaubte, dass genau zu dieser Zeit die größte Heilkraft aus der Birke hervorgeht. Anschließend wurden die Äste zu „Weniks” zusammengebunden und kamen in der Banja zur Verwendung. Das ist wohl die simpelste Benutzung von Birkenästen. Da die Finnen auch gerne viel Zeit in der Sauna verbringen, ist die Tradition, sich mit dem „Wenik” den Körper abzuschlagen bei ihnen ebenso wohl bekannt.

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Das Holz…

…ist zum Heizen in Ländern, wo es noch viele Birken gibt sehr beliebt. Denn es verbrennt sauber, langsam, sehr heiß und bildet kaum Rauch. In Sibirien, wo ich aufgewachsen bin, wurden angesengte Birken zum befeuern von Öfen verwendet. Solche Birken gab es vor allem nach einem oberflächlichen Waldbrand in rauen Mengen. Natürlich ist hier ein Brand der nicht von Menschen verursacht wurde gemeint. So mussten keine lebenden Bäume gefällt werden und man hatte ein sehr wertvolles und billiges Feuerholz. Ein kleiner Tipp: In solchen verbrannten Wäldern wachsen ganz leckere „Hallimasch”. Das sind kleine, braune Pilze, die faule und verbrannte Birken bevorzugen… :)
Im Normalzustand  weist das Holz eine sehr schöne Struktur auf. Man kann es sehr leicht polieren, es hat eine hohe Dichte, ist weich, zäh und elastisch. Deshalb ist das Birkenholz in der Möbelbranche sehr beliebt. Bestimmte Arten von diesem Holz, wie z.B. das von der Maserbirke, werden zu teuren Applikationen bei Oberflächen verwendet.
Aber auch das weniger wertvolle Material wird gerne zu Drechslerwaren, Holzschuhen, Leitern, Fassreifen, Stühle,  Furnier, Wäscheklammern  und zu vielen anderen nutzvollen Dingen verarbeitet.
Im Bau kann das Birkenholz wegen seiner geringen Tragkraft kaum verwendet werden, da das Holz sehr stark arbeitet, wodurch sein Stehvermögen weniger gut ist. Unter Einfluss der Witterung und unter Wasser ist es von geringer Dauerhaftigkeit.

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Der Birkenteer…

…ist wohl der älteste Schmelzkleber der Menschengeschichte. Schon in der Steinzeit hat der Mensch den Teer durch das Verbrennen von Birkenrinde in einem Sand- oder Lehmbett mit nur geringer Luftzufuhr hergestellt.
Durch weitere Verfahren konnte auch Birkenöl entstehen, welches gerne zum geschmeidig machen von dünnem Leder verwendet worden ist, oder immer noch verwendet wird (Juchten).

Mehr über die Heilkraft von Birkenteer findet ihr hier…

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Weiterlesen…

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Was ist dran an der Heilkraft der Birke?

Inhaltsstoffe der Birke:

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Verwendung:

In der mitteleuropäischen Volksmedizin wurde vor allem die Sandbirke für die Medizin verwendet. Seit Urzeiten wussten die Menschen um die blutreinigende, harntreibende und anregende Wirkung der Birke bescheid. Zur Heilung wurden Blätter (Folia Betulae), Blattknospen (Gemmae Betulae), Birkenrinde (Cortex Beutulae), Birkenteer (Pix Betulae), Birkensaft und Birkenasche verwendet.
Durch den Gehalt an Saponinen und Flavonen wirken die eingenommenen Birkenstoffe stark wassertreibend, ohne dabei die Nieren zu reizen.

Wie schon oben kurz aufgezählt sagt man der Birke folgende Heilwirkungen nach:

  • Blutreinigend
  • Harntreibend
  • Wirksam gegen Blasenentzündung, Nierenschwäche, Nierensteine, Rheuma, Gicht, Kopfschuppen
  • Hilfreich bei Hautproblemen, Ekzemen, Hautflechten, Husten, Haarausfall, Frühjahrsmüdigkeit, Nierenentzündung

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Dennoch ist es zu empfehlen ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen, wenn man Kuren mit Birkenerzeugnissen macht.

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Blätter / Knospen / Tee

Die Blätter und Knospen enthalten vor allem Flavonglykoside , kaliumsaure Saponine , Vitamin C , Gerbstoffe und ätherische Öle .

Birkenblätter und -knospen können als Aufguss oder als Tee aufgebrüht werden.
Für den Tee ist zu empfehlen, ein Teelöffel Birkenblätter mit kochendem Wasser aufgießen und 5 Minuten ziehen lassen. Wer es bitterer mag kann gerne mehr Birkenblätter dazu mengen.
Beim Aufguss sollte man eine Handvoll Birkenblätter verwenden, ebenfalls mit kochendem Wasser aufgießen und ruhig 20 Minuten ziehen lassen. Der Aufguss ist zwar ungenießbar aber für äußerliche Anwendungen ideal.

Tee
Der Tee entgiftet den Körper, wirkt stark entwässernd und stoffwechselfördernd. (Können wir nur unterstreichen… an uns selbst ausprobiert :) ). Wir konnten aus vielen verschiedenen Quellen entnehmen – u.a. aus der russischen Volksmedizin -, dass der Tee Menschen mit Stoffwechselkrankheiten hilft ihre Leiden zu lindern oder gar zu heilen.
Da durch gesteigerte Wasserausscheidungen die Ansammlung von Harnsäure im Blut und in den Geweben ausgeschieden werden kann, hat dies zur Folge, dass die rheumatischen und gichtischen Leiden abklingen können. Eine negative Wirkung durch die Entwässerung auf die Nieren konnte durch Wissenschaftler nicht festgestellt werden. Man weiß aber, dass die Wirkstoffe der Birke die Nierenfunktion stimulieren und im positiven Sinne beeinflussen.

Aufguss
Da der Aufguss sehr bitter und ungenießbar ist, sollte man diesen nur äußerlich anwenden. Er kann in die Kopfhaut einmassiert werden, was die Haare stärkt und Schuppen entgegenwirkt. Bei Fußschweiß ist eine Fußbad-Kur zu empfehlen und kranke Stellen (Wunden, Schuppenflechte, geschwollene Gelenke) kann man mit einer getränkten Kompresse behandeln.

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Birkensaft

Der Birkensaft wird zwischen März und Anfang Mai gewonnen. Wobei junge Birken dabei nicht in Frage kommen, da diese sonst die Strapazen nicht überstehen würden und zu wenig Saft absondern. Maximal drei Liter werden dem Baum entnommen um ihm nicht zu schaden. Anschließend lässt man die Birke 2 Jahre ruhen, bevor man wieder den wertvollen Rohstoff gewinnt.
Beim einmassieren in die Kopfhaut fördert der Saft den Haarwuchs, reinigt bei äußerlicher Anwendung schlecht heilende Wunden und lässt Ausschläge abklingen.
Der frische Saft sollte kühl gelagert werden, da er sonst wegen seinem Invertzucker anfangen kann zu gären.
Wichtigste Bestandteile des Saftes sind Kalzium, Kalium, Magnesium, Mangan und Phosphor.
Er wirkt stoffwechselanregend, reinigend, blutbildend, stärkend und vitalisierend.
Wie auch der Tee, lindert der Birkensaft Krankheiten wie Bluthochdruck, Gicht, Arthritis, sowie Blasen- und Nierenbeschwerden.
Er wird auch zur Vorbeugung gegen Arterienverkalkung, Cellulitis, sowie Fettleibigkeit verwendet.

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Rinde

Die Rinde enthält Terepene , Betulin , Betulinsäure , Gerbstoffe , ätherische Öle und Lupeol . Man kann sie abkochen und für die äußerliche Anwendung von schweren Hauterkrankungen einsetzen.

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Asche

Birkenasche gewinnt als Heilstoff immer mehr an Beliebtheit. Da Birkenasche sehr alkalisch ist, wirkt sie lindernd auf saure Mägen. Es wird ihr auch nachgesagt, dass sie krebshemmende Eigenschaften hat.
An Mineralstoffen mangelt es der Birkenasche nicht. Denn sie enthält Chrom, Selen, Aluminium, Bor, Jod, Kalzium, Kupfer, Eisen, Kalium, Magnesium, Mangan, Molybdän, Natrium, Phosphor, Schwefel, Kieselsäure, Zink, und auch Rubidium. (Prof. G. A. Nyman)

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Kohle

Birkenkohle kann man in der Apotheke kaufen. Die Einnahme von Birkenkohle hilft bei Durchfall, da Birkenkohle die Flüssigkeit, Schad- und Giftstoffe im Darm aufsaugt.

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Birkenteer

Birkenteer wird aus Birkenkohle, Rinde und Wurzeln durch trockene Destillation gewonnen. Der Teer hilft bei chronischen Hauterkrankungen, indem er die Haut reizt und den Entzündungsprozess neu anregt. So hat das Ekzem eine Chance abzuheilen. Da Birkenteer sehr reizend wirkt, sollte er nur verdünnt und in kleinen Mengen angewandt werden.
Früher hat man auch reichlich Birkenteer in Salben verwendet die gegen Parasitenbefall, trockene Flechten und rheumatische Beschwerden helfen sollten.

Wer mehr über die Heilwirkungen der Birke lesen möchte, dem ist das Buch „Die außergewöhnliche Heilkräfte der Birke” des Günter Albert Ulmer Verlags, Tuningen, mit der ISBN 978-3-932346-56-9 zu empfehlen. Größtenteils basiert die Zusammensetzung der Inhaltsstoffe auf diesem Buch.

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HINWEIS:

Die obigen Ausführungen fundieren auf verschiedenen Quellen wie Bücher, Volksweisheiten und das Internet. Wir sind keine Wissenschaftler oder Ärzte!!! Falls mehr Interesse für die Heilkraft der Birkeninhaltsstoffe besteht, empfehlen wir Euch Fachliteratur zu lesen. Wir übernehmen keine Haftung für Schäden an Leib und Seele.

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