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Wie dient die Birke sonst den Menschen?

 

Die Birkenrinde…

ist die Hauptursache für die Bekanntheit der Birke in den Kulturen. Wegen dem hohen Gerbstoffgehalt war die Rinde bei Gerbereien sehr beliebt. Aber auch im täglichen Leben, wurde die Borke gerne im Bau zur Isolation,  für Haushaltswaren , Jagdutensilien, in der Fischerei usw. verwendet. Vor allem nicht nur in Russland…
Zum Beispiel die Chinesen stellten aus der Rinde Papier und Farben für Textilien, Leder und Pelze her. Die Indianer in Nordamerika und kanadische Ureinwohner bauten aus der Rinde Kanus, Piroge und Wigwams.
Den Haushalt in der slawischen Kultur konnte man sich ohne die Birkenrindenerzeugnisse gar nicht vorstellen. Falls ihr mal das Glück habt, einen traditionellen russischen Bauernhof zu besuchen, findet ihr dort sicherlich folgende Sachen aus Birkenrinde :

Körbe, Behälter, Schatullen, Brotkörbe, Schachteln, Truhen, Teller, Gewürzspender, Gefäße, Schuhwerk, Zaumzeug, Kleidung usw.

Auf Märkten im nördlichen Teil des heutigen Russlands wurden große Platten aus Birkenborke – Russisch „Skalije” – gehandelt. Diese wurden für das Dachdecken und für die Feuchtigkeitsisolierung verwendet. Die Borke wurde zwischen den Stämmen der Blockhäuser gelegt, was zu einer guten Wärmedämmung führte und das Holz gegen das Faulen schützte.
In Nowgorod wurde die Birkenrinde zum Innenausbau wie Tapeten verwendet. In Ostsibirien und Jakutien rüsteten sich die Jäger mit einer Art „Zelt” aus Rinde für die Jagd aus. Jagdpfeifen und Messergriffe wurden ebenfalls aus Birkenrinde hergestellt. Solche Messer versanken nicht im Wasser, lagen angenehm in der Hand und rutschten nicht. Wegen der Leichtigkeit wurde die Borke ebenfalls für Blinker in der Fischerei  hergenommen.
In Gefäßen, die aus mehreren Schichten frischer Birkenrinde hergestellt worden sind, wurden kalte oder heiße Flüssigkeiten abgefüllt, die dann lange ihre Temperaturen hielten. Heute würde man so ein Gefäß eine Thermoskanne schimpfen…
So haben sich die Bauern auch Körbe für das Sammeln von Pilzen und Beeren aus Birkenborke geflochten. Dieser Sammelkorb wurde wie ein Rucksack auf dem Rücken getragen und jedes Familienmitglied hatte seinen eigenen Korb. Denn dieser nahm die Form des Rückens an und ermöglichte somit lange und gemütliche „Sammelzeiten”.
Schuhwerk aus geflochtener Birkenrinde wurde in der russischen Kultur sehr geschätzt. Denn man sagte den Schuhen eine lange Haltbarkeit und Wasserdichtigkeit nach.
Auch Spielzeug für Kinder wurde aus der Rinde hergestellt. Einfachste Spielsachen konnte sich ein Kind auch selber machen (z.B. Spielzeugboote, Bälle…).
Die lange Haltbarkeit der Rinde bezeugen Funde von Schriftrollen aus dem 10-15. Jahrhundert. Das erste Schriftstück wurde in einer Ausgrabungsstelle „Nerewskoj” in Nowgorod im Jahr 1951 ungeschützt in der Erde gefunden. Diese stammt aus dem 15. Jhd.. Mittlerweile konnten mehr als 900 Schriften ausgegraben werden. Da die Schriftsätze kaum  anfällig auf Verwesungsprozesse sind, konnten die Wissenschaftler ohne große Mühe die eingedrückten Buchstaben und Sätze identifizieren. Damals wurden die Texte mit einem Stäbchen aus Eisen, Bronze oder Knochen auf der Rinde festgehalten. So konnte nachgewiesen werden, dass die Birkenborke bis zum 15 Jhd. eine gängige Schreibunterlage war.

Da die Rinde ähnlich wie Leder für Gewandung, Schuhwerk (auch als Einlagen) und sonstige Sachen hergenommen worden ist, wurde oder wird sie auch „Birkenleder” genannt.

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Wie dient die Birke sonst den Menschen?

Die Verarbeitung der Birke an sich, kann man nicht ausschließlich der russischen Kultur zuschreiben. Denn überall wo Birken wachsen, verwenden die Menschen den Baum in der Medizin, aber auch zur Herstellung verschiedener nützlicher Dinge für das alltägliche Leben.
Vor dem Pfingstfest – im slawischen Heidentum das Fest „Semik” – wurden Äste mit frischem Grün gesammelt, denn man glaubte, dass genau zu dieser Zeit die größte Heilkraft aus der Birke hervorgeht. Anschließend wurden die Äste zu „Weniks” zusammengebunden und kamen in der Banja zur Verwendung. Das ist wohl die simpelste Benutzung von Birkenästen. Da die Finnen auch gerne viel Zeit in der Sauna verbringen, ist die Tradition, sich mit dem „Wenik” den Körper abzuschlagen bei ihnen ebenso wohl bekannt.

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Das Holz…

…ist zum Heizen in Ländern, wo es noch viele Birken gibt sehr beliebt. Denn es verbrennt sauber, langsam, sehr heiß und bildet kaum Rauch. In Sibirien, wo ich aufgewachsen bin, wurden angesengte Birken zum befeuern von Öfen verwendet. Solche Birken gab es vor allem nach einem oberflächlichen Waldbrand in rauen Mengen. Natürlich ist hier ein Brand der nicht von Menschen verursacht wurde gemeint. So mussten keine lebenden Bäume gefällt werden und man hatte ein sehr wertvolles und billiges Feuerholz. Ein kleiner Tipp: In solchen verbrannten Wäldern wachsen ganz leckere „Hallimasch”. Das sind kleine, braune Pilze, die faule und verbrannte Birken bevorzugen… :)
Im Normalzustand  weist das Holz eine sehr schöne Struktur auf. Man kann es sehr leicht polieren, es hat eine hohe Dichte, ist weich, zäh und elastisch. Deshalb ist das Birkenholz in der Möbelbranche sehr beliebt. Bestimmte Arten von diesem Holz, wie z.B. das von der Maserbirke, werden zu teuren Applikationen bei Oberflächen verwendet.
Aber auch das weniger wertvolle Material wird gerne zu Drechslerwaren, Holzschuhen, Leitern, Fassreifen, Stühle,  Furnier, Wäscheklammern  und zu vielen anderen nutzvollen Dingen verarbeitet.
Im Bau kann das Birkenholz wegen seiner geringen Tragkraft kaum verwendet werden, da das Holz sehr stark arbeitet, wodurch sein Stehvermögen weniger gut ist. Unter Einfluss der Witterung und unter Wasser ist es von geringer Dauerhaftigkeit.

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Der Birkenteer…

…ist wohl der älteste Schmelzkleber der Menschengeschichte. Schon in der Steinzeit hat der Mensch den Teer durch das Verbrennen von Birkenrinde in einem Sand- oder Lehmbett mit nur geringer Luftzufuhr hergestellt.
Durch weitere Verfahren konnte auch Birkenöl entstehen, welches gerne zum geschmeidig machen von dünnem Leder verwendet worden ist, oder immer noch verwendet wird (Juchten).

Mehr über die Heilkraft von Birkenteer findet ihr hier…

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Was ist die Birke für ein Baum?

Die Birke (lat. Betula aus der Familie der Betulacae) ist ein extrem winterharter Laubbaum, der im Frühling als Erster blüht, bis zu 30 Meter hoch wächst und ca. 160 Jahre alt werden kann.

Die Blätter der Birken sind meist eiförmig und mit einem gezackten bzw. gekerbten Rand. Die Rinde der meisten Betula in Europa, ist wegen dem hohen Betulingehalt weiß. Aus diesem Grund hat die Birke auch ihren Namen erhalten. Denn die Bezeichnung  „Birke” stammt vom indogermanischem Wortstamm „bherek” ab, was soviel bedeutet wie „hell” oder „glänzend”. In anderen Ecken der Erde in denen auch andere Arten der Birke wachsen, können auch andere Färbungen auftreten.

Die Familie der Betulacae besteht aus unzähligen Arten und ist auf der Nordhalbkugel heimisch. Von der großen Artenvielfalt wachsen nur vier in Deutschland, die Zwergbirke, Strauchbirke, Hänge-/Weißbirke und die Moorbirke. Leider sind die Bestände in Deutschland stark gefährdet, da die Birke als Nebenholzart angesehen wurde und als Unkraut in den Wäldern zu Gunsten der Nutzarten gefällt worden ist.

In jungen Jahren wächst die Birke sehr schnell, braucht viel Licht und stellt kaum Ansprüche an den Boden. So ist ein lehmiger bzw. sandiger Untergrund optimal. Auf trockener und wasserdurchlässiger Erde fühlt sich z.B. die Hängebirke am wohlsten. Sie hat ein flaches aber dichtes Wurzelwerk, was eine schnelle und effektive Wasseraufnahme ermöglicht. Im Sommer kann deshalb die Birke bis zu 400l Wasser aufnehmen. Auf moorigen und nassen Böden, vor allem bei Staunässe gedeiht die Moorbirke am Besten.

Die ganze Familie aber verträgt keine starke Hitze, weshalb die Birken auch in Immergrünen Teil Europas so gut wie nicht aufzufinden sind. Dafür frieren die Blätter erst ab -6°C ein und die Bäume können in Höhen von 2.000m – 2.200m überleben.

Diese hohe Resistenz und die Eigenschaft selbst bei minimaler Anhäufung von Rohboden zu wachsen macht die Birke zum Pioniergewächs. In anderen Worten, dieser Laubbaum wächst als erster auf Freiflächen, beeinflusst positiv die Wiederbewaldung und die Waldrandschließung. Schließlich fördert die Birke die Humusansammlung  und setzt die Spätfrostgefahr herab.

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Birke & Kultur

Dieses Kapitel widmen wir gänzlich dem russischen Nationalbaum, der auch eine lange Geschichte in West- und Nordeuropa hat.

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Inhaltsstoffe:

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Publikationen:

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Beresta:

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Birkenteer:

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Weitere Info über Kultur und Geschichte findet Ihr auf unserer Gruppenhomepage: www.bilitsa.de

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